Frau morgens mit Tee
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Wechseljahre und Schilddrüse

4 Min.

Wenn zwei Systeme gleichzeitig aus dem Takt geraten

Schilddrüsenstörungen und Wechseljahresbeschwerden können sich in der Lebensmitte stark ähneln. Frauen mit Erschöpfung, Gewichtszunahme, Haarausfall oder Stimmungseinbrüchen werden deshalb nicht selten zunächst nur in eine Richtung gedacht. Das kann die Abklärung erschweren, denn beide Themen kommen bei Frauen häufig in derselben Lebensphase vor und teilen sich einige Leitsymptome. Wenn Beschwerden anhalten oder sich nicht klar einordnen lassen, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll, damit mögliche Ursachen sauber voneinander getrennt werden können.

Diese Überschneidung zwischen Schilddrüsenproblemen und Wechseljahresbeschwerden kann massive Auswirkungen haben.

Denn beide betreffen fast ausschließlich Frauen. Beide treten häufig in derselben Lebensphase auf. Beide haben fast identische Leitsymptome. Und beide werden, wenn sie gemeinsam vorkommen, häufig als eines der beiden übersehen. Das hat Konsequenzen. Denn eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion belastet Herz, Gehirn, Knochen und Lebensqualität. Und sie fühlt sich an wie eine Menopause, die niemals besser wird.
Weisst Du wie ich auf diesen Blogartikel gekommen bin? Weil ich über den Kommentar einer Frau gestolpert bin, die seit Jahren von Wechseljahres-Beschwerden geplagt ist. Und ich hab mich gefragt, was es noch sein könnte.

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann ähnliche Beschwerden machen wie die Wechseljahre. Umgekehrt können Wechseljahresbeschwerden eine Schilddrüsenstörung überdecken. Ohne ärztliche Abklärung lässt sich das oft nicht sicher unterscheiden.

Die Symptome im Vergleich

Sieh Dir diese Überschneidungen an:

Schilddrüsenunterfunktion + Menopause, beide haben das alles hier gemeinsam: Erschöpfung trotz ausreichend Schlaf, Gewichtszunahme, Haarausfall und verändertes Haar, trockene Haut, depressive Verstimmung, Konzentrationsprobleme, Verdauungsveränderungen, Muskel- und Gelenkschmerzen.

Die einzig unterscheidende Merkmale:

Schilddrüse = Kälteempfindlichkeit & verlangsamter Herzschlag.

Menopause = Hitzewallungen & Herzpalpitationen.

Diese Hinweise sind hilfreich, aber nicht beweisend. Auch überschneidende oder gleichzeitig auftretende Symptome sind möglich, was das Bild weiter verwirrt. Also, lass uns weiter suchen.

Warum Frauen in der Lebensmitte besonders oft betroffen sind

Autoimmune Schilddrüsenerkrankungen, zum Beispiel Hashimoto, treten bei Frauen 5 bis 10 Mal häufiger auf als bei Männern. Und oft kommen diese Krankheiten noch genau in der Lebensphase, wo die Wechseljahre beginnen oder laufen, nämlich zwischen 40 und 60 Jahren.

Wichtig ist dabei auch zu wissen, dass die Hormone, insbesondere Östrogen und Schilddrüsenhormone, immer auch miteinander arbeiten, interagieren, und das noch dazu sehr komplex. Zum Beispiel erhöht Östrogen das schilddrüsenhormonbindende Protein im Blut, was bedeutet, dass weniger freies Schilddrüsenhormon verfügbar ist. Wenn gleichzeitig Östrogen sinkt, verändert sich aber diese Balance. Und das kann dann eine Schilddrüsenerkrankung zum Ausbruch bringen. Was also tun, wenn man befürchtet, eine entsprechende Erkrankung zu haben? Oder wenn die Symptome einfach nicht erklärbar sind oder zu lange andauern? Wenn Beschwerden ungeklärt bleiben oder länger anhalten, ist eine gezielte Untersuchung sinnvoll.

Welche Tests Du brauchst und was sie bedeuten

  • TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon): Der erste Basiswert. Ein erhöhter TSH-Wert signalisiert, dass die Schilddrüse mehr Antrieb braucht als normal, also ein Zeichen für eine Schilddrüsen-Unterfunktion. Normbereich: 0,4 bis 4,0 mU/l, aber Symptome können auch schon bei Werten über 2,0 auftreten.
  • fT3 und fT4 (freie Schilddrüsenhormone): TSH allein sagt nicht alles. fT3 und fT4 zeigen, wie viel aktives Hormon tatsächlich im Körper verfügbar ist. Das heisst, diese Werte helfen dabei, die Hormonlage im Körper genauer einzuordnen.
  • Anti-TPO und Anti-TG (Antikörper): Wenn Dein Arzt nur TSH testet und Du weiterhin Symptome hast, frag nach den Antikörpern. Diese Werte können bei einem Verdacht auf eine autoimmune Schilddrüsenerkrankung wie Hashimoto ergänzend sinnvoll sein.

Was Du beim Arztgespräch sagen kannst

Du kannst sagen: „Meine Symptome passen sowohl zu den Wechseljahren als auch zu einer Schilddrüsenerkrankung. Ich möchte das gezielt abklären lassen und bitte um TSH, fT4 und – je nach Einschätzung – auch um Antikörper wie Anti-TPO und Anti-TG.“

Was bei bestätigter Schilddrüsenunterfunktion hilft

Manche Beschwerden werden über längere Zeit anderen Ursachen zugeschrieben, obwohl eine Schilddrüsenerkrankung mitbeteiligt ist. Eine Blutuntersuchung kann helfen, das klarer zu sehen und die passende Behandlung einzuleiten.

Wenn eine Schilddrüsenunterfunktion bestätigt wird, gibt es wirksame medizinische Behandlungsoptionen, die ärztlich begleitet werden sollten.

Viele Frauen nehmen für Jahre Hormontherapie oder Antidepressiva, ohne zu wissen, dass eigentlich etwas anderes der eigentliche Grund ihrer Beschwerden ist. Eine einfache Blutuntersuchung hätte das ändern können.

In diesem Sinne, sei gut zu Dir.

Deine Mara

 

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