Kollagenpulver und Zitrone

Kollagen und die Wechseljahre

4 Min.

Warum dieser Nährstoff in der Lebensmitte so wichtig wird

Hintergrund

Der Begriff „Kollagen“ kommt vom griechischen „kolla“ — Leim.

Schon Aristoteles beschrieb das Nachlassen von Gewebe und Bindekraft mit dem Alter. Die erste wissenschaftliche Beschreibung des Kollagens als Protein gelang 1838 dem Chemiker Gerardus Mulder — er nannte es Protein, von „protos“ (das Erste, das Wichtigste). Was Mulder nicht wusste: Kollagen würde sich als das häufigste Protein im menschlichen Körper herausstellen — mit einem Anteil von etwa 30 Prozent an der gesamten Körperproteinmasse. Und dass sein Rückgang in der Menopause zu einem der sichtbarsten und spürbarsten Veränderungsprozesse gehören würde, die Frauen ab Mitte 40 erleben.

Kollagen ist das Gerüst. Das Protein, das Haut, Knochen, Knorpel, Sehnen, Faszien und Gefäße zusammenhält. Und währen der Perimenopause und dann auch nach der Menopause verliert der Körper dieses Gerüst deutlich schneller, als er es wieder aufbauen kann.

Die Kollagenproduktion der Haut sinkt in den ersten fünf Jahren nach der Menopause um bis zu 30 Prozent. Knochen verlieren ihre Kollagenmatrix. Sehnen und Faszien werden weniger elastisch. Gelenke reagieren sensibler.

Was kann man dagegen tun? Einiges — wenn man weiß, wie.

„Kollagen ist kein Schönheitsprodukt. Es ist Strukturprotein. Sein Rückgang in der Menopause betrifft Haut, Knochen, Gelenke und Haare gleichzeitig.“

Warum Östrogen Kollagen schützt

Östrogen hat direkten Einfluss auf Fibroblasten — die Zellen, die Kollagen produzieren. Es stimuliert ihre Aktivität und hemmt gleichzeitig die Enzyme (Matrix-Metalloproteinasen), die Kollagen abbauen. Wenn Östrogen sinkt, verliert der Körper diesen dualen Schutzmechanismus: weniger Produktion, mehr Abbau.

Das betrifft alle kollagenreichen Gewebe gleichzeitig. Deshalb beobachten viele Frauen in der Perimenopause, dass Haut, Gelenke, Haare und Sehnen sich scheinbar parallel verändern — das alles ist also kein Zufall.

Kollagen-Supplementierung: Was funktioniert — und was nicht

Die richtige Form: Hydrolysiertes Kollagen

Nicht jedes Kollagenprodukt ist gleich. Ganzes Kollagen aus der Nahrung — Gelatine, Knochenbrühe — wird im Darm in einzelne Aminosäuren aufgespalten. Hydrolysiertes Kollagen (Kollagenpeptide) ist vorverarbeitetes Kollagen. Diese kurzen Peptidketten werden anders im Körper aufgenommen, im Fachjargon als Dipeptide und Tripeptide direkt ins Blut und nachweislich zu Haut, Knochen und Knorpel transportiert.

Interessant ist dass Studien zeigen: Nur hydrolysiertes Kollagen hat in Humanstudien messbare Wirkungen gezeigt — nicht Gelatine, nicht rohe Knochenbrühe.

Kollagentypen

  • Typ I und III: Für Haut, Haare, Nägel, Sehnen, Faszien. Die häufigsten Typen in Supplementen. Aus bovinen (Rind) oder marinen (Fisch) Quellen.
  • Typ II: Hauptsächlich in Knorpel. Relevant für Gelenke. Oft als „undenaturiertes“ Typ-II-Kollagen in Gelenkpräparaten.
  • Für die Menopause empfehlen sich Produkte mit Typ I und III — sie decken Haut, Knochen und Bindegewebe ab.

In klinischen Studien, die Effekte auf Haut untersuchten, wurden 2,5 bis 12,5g hydrolysiertes Kollagen täglich verwendet. Für Knochen und Gelenke wurden 5 bis 10 g verwendet. Einig sind sich alle Studien: nur konsistent über mindestens 8 Wochen eingenommen gibt es nachweisbare Effekte.

Und was hat jetzt Vitamin-C damit zu tun?

Vitamin C ist Co-Faktor für die Kollagensynthese, das heisst ohne ausreichend Vitamin C kann der Körper kein neues Kollagen bilden, auch wenn die Aminosäuren vorhanden sind. Deshalb sollte Kollagen-Supplementierung immer mit ausreichend Vitamin C kombiniert werden: 100 bis 200 mg täglich reichen für die Kollagensynthese aus.

Was die Studien zeigen

  • Haut: Mehrere randomisierte kontrollierte Studien untersuchten Effekte auf Hautelastizität und Hautfeuchtigkeit. Die Ergebnisse waren unterschiedlich und lassen sich nicht pauschal verallgemeinern.
  • Knochen: Eine Studie untersuchte die Kombination von Kollagenpeptiden mit Kalzium und Vitamin D bei postmenopausalen Frauen über 12 Monate. Die Studienlage ist jedoch begrenzt und nicht einheitlich.
  • Gelenke: Typ-II-Kollagen wird in klinischen Studien erforscht. Die Evidenz ist Stand heute aber noch begrenzt.
  • Haare und Nägel: Kleinere Studien untersuchten mögliche Effekte auf Haarwachstum und Nagelstärke. Die Evidenz ist aber auch hier noch begrenzt.

Realistische Erwartungen setzen

Kollagen ist kein Jungbrunnen. Es regeneriert kein verloren gegangenes Gewebe vollständig. Es verlangsamt den Abbau und unterstützt Neubildung, und das ist ein gradueller Prozess. Gib Dir 3 Monate konsequente Einnahme, bevor Du ein Urteil fällst. Fotografiere Deine Haut alle 4 Wochen unter denselben Bedingungen, das macht Veränderungen sichtbar, die Du sonst nicht wahrnimmst.

„Kollagen ist ein Investment in Strukturen, die Du nicht täglich siehst — Knochen, Sehnen, Faszien. Dass die Haut mitprofitiert, ist der sichtbare Bonus.“

Wenn Du in der Menopause eines Supplements priorisieren musst: Kollagen gehört in die engste Auswahl. Die Evidenz ist stärker als für die meisten anderen Schönheits- oder Anti-Aging-Supplements. Und die Gewebe, die davon profitieren — Haut, Knochen, Gelenke, Haare — sind genau die, die in dieser Lebensphase am meisten Unterstützung brauchen.

In diesem Sinne, sei gut zu Dir.

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