Frau lächelt in Kamera

Was ist die Menopause?

9 Min.

Die ehrliche Erklärung, die Dir niemand gegeben hat

Aristoteles war um 350 v. Chr. einer der frühesten Autoren, der das Alter des Menstruationsendes erwähnte (er nannte 40 Jahre als typisches Alter). Im Jahr 2 nach Christus saß ein griechischer Arzt in Pergamon und schrieb über das Ende der Menstruation. Er hieß Galen und beschrieb die Menopause im Kontext seiner Körpersäfte Theorie: Er deutete das Ende der Menstruation als Ansammlung von schwarzer Galle, die zu Melancholie und Brustkrebs führe — eine Fehlinterpretation, aber immerhin eine systematische medizinische Einordnung.

Erst im Jahr 1821 saß ein französischer Arzt namens Charles de Gardanne an seinem Schreibtisch in Paris und schrieb das Wort zum ersten Mal nieder: Ménopause. Er leitete es vom Griechischen ab — „men“ für Monat und „pausis“ für Aufhören. Es war ein medizinischer Begriff, nüchtern und zweckmäßig.
Was er nicht ahnte: Fast 200 Jahre würde es dauern, bis Frauen weltweit anfangen würden, offen darüber zu sprechen. Bis dahin hatten Ärzte das Ende der Menstruation unterschiedlich benannt: als „Klimakterium“, als „großes Klimacterium“, als bloßes Alterszeichen. Das Wort gab es. Das Wissen nicht. Das offene Gespräch schon gar nicht.

Auch heute fühlen sich Millionen Frauen beim Wort Menopause wie auf unbekanntem Terrain. Zu wenig erklärt. Zu selten ernst genommen. Zu sehr allein gelassen.

„Die Menopause ist keine Krankheit. Sie ist eine konsequente biologische Anpassung im Körper — eine der bedeutendsten Veränderungen im Leben einer Frau. Wer sie versteht, kann aktiv mit ihr umgehen.“

Konsequente biologische Anpassung im Körper, das klingt einfach. Ist es nicht. Nicht in einer Welt, in der die meisten Frauen in ihre Wechseljahre stolpern, ohne je eine wirkliche Erklärung bekommen zu haben. Nicht von der Mutter. Nicht vom Arzt. Nicht von einer Gesellschaft, die das Thema lieber schweigend übergeht.

Dieser Blog ist der Anfang. Nicht der Anfang der Wechseljahre oder der Menopause, denn die Wechseljahre haben vielleicht für viele von Euch bereits begonnen, ohne dass Ihr es wusstet. Sondern der Anfang des Verstehens. Und Verstehen verändert alles.

Was ist die Menopause — wirklich?

Beginnen wir mit der Medizin, also der medizinischen Einordnung und Erklärung des Begriffs.

Die Menopause ist definiert als das dauerhafte Ausbleiben der Menstruation über mindestens 12 aufeinanderfolgende Monate als Folge des natürlichen Absinkens der Eierstockfunktion. Sie ist kein plötzliches Ereignis, sondern das Ende einer Umstellung im Körper, die oft Jahre dauert.

Es gibt drei Phasen, die Du kennen solltest:

Perimenopause

Die Übergangsphase. Beginnt oft bereits Mitte 40, manchmal früher, und kann 4 bis 10 Jahre dauern. Die Hormone schwanken unregelmäßig und hier treten die meisten spürbaren Veränderungen und Beschwerden auf.

Menopause

Das ist der medizinische Ausdruck des Zeitpunktes der letzten Periode im Leben einer Frau. Diesen kann man aber nur rückwirkend wirklich bestimmen, nämlich wenn 12 Monate nach der letzten Periode vergangen sind. Im Durchschnitt mit 51 Jahren, der Normalbereich liegt zwischen 45 und 55.

Postmenopause

Das ist die Zeit nach der Menopause, und zwar alles danach. Sprich wir Frauen befinden uns ab dem Zeitpunkt der letzten Periode bis zum Lebensende in dieser Phase. Die Hormone stabilisieren sich auf einem neuen, niedrigeren Niveau. Viele Frauen berichten: Diese Phase ist deutlich besser als erwartet.

Warum passiert das mit den Wechseljahren überhaupt?

Die menschliche Fortpflanzungsfähigkeit ist biologisch begrenzt. Die Eierstöcke enthalten bei der Geburt bereits alle Eizellen, die eine Frau je haben wird — etwa 1 bis 2 Millionen. Bei der ersten Menstruation sind es noch rund 400.000. Ab dann reift jeden Monat ein kleiner Teil davon heran, und die meisten sterben ab, ohne befruchtet zu werden. Von all Deinen Eizellen werden im gesamten Leben nur ca. 400 tatsächlich ovuliert – also freigesetzt. Der Rest, also über 99%, stirbt still im Eierstock ab, wird dort vom Körper abgebaut und einfach wieder aufgelöst.

Das passiert jeden Tag, jeden Monat und zwar unabhängig davon ob Du schwanger bist, verhütest oder stillst. Der Körper baut ständig Follikel auf und lässt die meisten davon wieder degenerieren.

Ab dem 35. Lebensjahr beschleunigt sich dieser Prozess. Die Reserve an Eizellen schrumpft schneller. Und mit ihr verändert sich das hormonelle Gleichgewicht und zwar lange bevor Zyklen unregelmäßig werden.

Das signalisiert dem Körper: Die Phase der Reproduktion geht zu Ende. Eine neue beginnt.

„Die Eierstöcke hören nicht auf zu arbeiten, weil etwas kaputt ist. Sie folgen dem genetischen Programm, das schon bei Deiner Geburt feststand.“

Die Hormone und was ihr Rückgang wirklich bedeutet

Östrogen ist der bekannteste Akteur, aber nicht der einzige. Drei Hormone spielen die Hauptrolle in dieser Transition:

Östrogen (Estradiol)

Das wichtigste weibliche Sexualhormon. Es schützt Knochen, reguliert die Körpertemperatur, beeinflusst Gehirnfunktion, Schlaf, Stimmung und Haut. Es hält Schleimhäute feucht und spielt eine zentrale Rolle für das Herz-Kreislauf-System. Wenn Östrogen sinkt, spürt der Körper es überall.

Progesteron

Das Hormon des Gleichgewichts. Es wirkt beruhigend auf das Nervensystem, unterstützt den Schlaf und reguliert den Zyklus. In der Perimenopause sinkt es oft zuerst noch bevor das Östrogen wirklich deutlich abfällt.

Testosteron

Ja, auch Frauen haben Testosteron. Es ist wichtig für Energie, Libido, Muskelkraft und kognitive Schärfe. Auch dieses Hormon sinkt in der Menopause. Und genau darüber wird viel zu selten gesprochen.

Wenn Du in der Menopause bist und Dich fragst: „Warum fühle ich mich so anders?“ dann liegt die Antwort meistens in diesen drei Hormonen. Nicht in Deiner Psyche. Nicht in mangelnder Disziplin. Sondern einfach nur in der Biochemie Deines Körpers.

Die häufigsten Symptome

Die Weltgesundheitsorganisation listet über 34 anerkannte Symptome der Menopause. Und trotzdem ist die häufigste Reaktion vieler Frauen auf ihre ersten Beschwerden: „Ich glaube, ich werde verrückt.“

Ich habe in diesem Beitrag alle 34 anerkannten Symptome erklärt, hier auch noch einmal die wichtigsten Gruppen:

  • Vasomotorische Symptome: Hitzewallungen und Nachtschweiß
  • Schlaf und Energie: Einschlafprobleme, häufiges Aufwachen, Erschöpfung
  • Kognitiv und emotional: Hirnnebel (brain fog), Vergesslichkeit, Reizbarkeit, Angst, depressive Verstimmungen
  • Körperliche Veränderungen: Gewichtszunahme, Muskelverlust, Gelenkschmerzen, Haarausfall, trockene Haut, vaginale Trockenheit, Blasenprobleme

„Wenn Dein Arzt sagt: ‚Das gehört zum Alter‘ dann stimmt das nur halb. Es gehört zur Menopause. Und die Symptome und Beschwerden sind behandelbar, beeinflussbar, lebbar.“

Was die Menopause nicht ist — drei Mythen, die Dir schaden

Mythos 1: Menopause ist der Beginn des Alterns

Nein. Die Menopause und die damit verbundenen Wechseljahre sind ein hormoneller Übergang, kein biologischer Verfall. Viele Frauen erleben nach der Menopause die aktivste, klarste und selbstbestimmteste Phase ihres Lebens.

Mythos 2: Du musst das einfach durchhalten

Nein. Menopause-Symptome sind medizinisch behandelbar, hormonell und nicht-hormonell. Auch Bewegung, Ernährung, Nährstoffe und Schlafhygiene spielen eine Rolle. „Augen zu und durch“ ist keine Strategie.

Mythos 3: Menopause ist ein Tabuthema

Es war eines. Es muss keines bleiben. Schweigen kostet — medizinisch, beruflich und persönlich. Deswegen habe ich MenoGlow gegründet.

Wann beginnen die Wechseljahre?

Die ehrliche Antwort: Es gibt keinen einzigen Moment. Es ist ein Prozess.

Die Wechseljahre oder auch die Perimenopause kann bereits mit 40 beginnen, manchmal sogar früher. Erste Zeichen können sein:

  • Unregelmäßiger Zyklus
  • Stärkere oder schwächere Blutungen
  • Schlafprobleme, besonders in der zweiten Zyklushälfte
  • Stimmungsschwankungen ohne klaren Auslöser
  • Erste Hitzegefühle
  • Hirnnebel und Vergesslichkeit
  • Veränderte Libido

Wenn Du diese Zeichen erkennst: Du bist nicht verrückt. Du bist wahrscheinlich in der Perimenopause. Einen ausführlichen Beitrag über die Perimenopause kannst Du auch noch einmal hier durchlesen.

Wann sollte ich zum Arzt?

Wenn Symptome Deinen Alltag, Deinen Schlaf oder Deine Lebensqualität beeinträchtigen, ist das der richtige Zeitpunkt für ein Arztgespräch. Und das bedeutet klar: nicht erst, wenn es „schlimm genug“ ist.

Du hast das Recht auf medizinische Unterstützung ab dem ersten Moment, in dem Du sie brauchst. Informiere Dich vorab über Deine Optionen und gehe vorbereitet in das Gespräch. Nutze dafür gerne unser MenoGlow Workbook.

Menopause als Transition — eine andere Perspektive

In verschiedenen Kulturen gibt es Bilder für die Lebensmitte, die nicht von Verlust sprechen, sondern von Neuausrichtung, Präsenz und innerer Autorität.

Ich sage das nicht, um romantisch zu sein. Ich sage es, weil die Art und Weise, wie eine Kultur über die Menopause spricht, direkt beeinflusst, wie Frauen sie erleben. Ich werde darüber später noch einmal in meinem Blog schreiben, deswegen schaue unbedingt wieder vorbei oder abonniere Dir am besten direkt meinen Newsletter hier.

„Menopause ist nicht das Ende von etwas. Es ist der Beginn einer Phase, in der Du — zum ersten Mal überhaupt — vollständig für Dich sein kannst.“

Warum MenoGlow existiert — und was dieser Blog für Dich bedeutet

MenoGlow ist entstanden, weil „Augen zu und durch“ keine Option mehr war. Weil ich — wie viele von Euch — in die Perimenopause gestolpert bin, ohne irgend eine Unterstützung, eine Landkarte zu haben. Weil Ärzte oft zu wenig Zeit hatten, die Gesellschaft zu wenig Interesse und die Industrie zu viele leere Versprechen machte.

Dieser Blog ist ein Stückweite das Ergebnis und soll zu Deiner Landkarte werden. Natürlich nicht perfekt. Aber ehrlich. Wissenschaftlich fundiert, wo die Wissenschaft Antworten hat. Transparent, wo sie es nicht hat. Und immer auf Deiner Seite.

Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten über alles sprechen: Hormone, Nährstoffe, Schlaf, Haut, Sexualität, Beziehungen, Identität, Beruf. Über das, was wirkt und was nur so tut als ob. Über das, was Du Deinem Arzt sagen solltest und was Dir niemand je gesagt hat.

Fang hier an. Mit diesem Wissen. Und dann geh weiter.

Die Frauen, die die Perimenopause gut navigieren, sind meistens nicht die mit der besten Genetik oder dem besten Arzt. Sie sind die, die früh angefangen haben hinzuhören. Und die den Unterschied kennen zwischen „das ist normal“ und „das muss so sein“.

Und das ist der Kern von MenoGlow.

Wissen, das entlastet.
Wirkung, der Du vertrauen kannst.
Wärme, in der Du Dich gehalten fühlst.
Glow, der zeigt, wer Du heute bist.

In diesem Sinne, sei gut zu Dir.

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